Die Stärkung des Immunsystems ist im Herbst und Winter, in denen es besonders gefordert ist, wichtig. Die aktuelle Situation trägt zusätzlich dazu bei, dass wir jetzt unser Immunsystem noch besser unterstützen sollten.

Das Immunsystem dient als Abwehrsystem zum Schutz des Körpers und der Abwehr von Krankheitserregern, der Eliminierung von freien Radikalen und Zellen, die nicht mehr funktionsfähig sind. Auch Fremdstoffe wie Chemikalien und Umweltgifte lassen das Immunsystem aktiv werden. Unser Immunsystem befindet sich nicht an einer bestimmten Stelle im Körper, sondern ist überall im Körper verteilt und zu 80 % in unserem Darm angesiedelt.

Nachstehend gebe ich Dir einige Tipps, wie Du Dein Immunsystem stärken kannst.

Eine nähr- und vitalstoffreiche Ernährung ist die beste Stärkung Deines Immunsystems

Eine Ernährung, die reich an frischen und hochwertigen Lebensmitteln ist, kann als die beste Stärkung des Immunsystems überhaupt betrachtet werden. Praktiziere daher grundsätzlich eine vitalstoffreiche und basenüberschüssige Ernährungsweise auf der Basis von selbst zubereiteten Mahlzeiten aus frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Gemüse, Kartoffeln, Pilze, Salate, Sprossen, Mandeln, Ölsaaten und Nüsse, Vollkorngetreide, Pseudogetreide wie Quinoa oder Buchweizen, Hirse und Hülsenfrüchten, Kräutern und Gewürzen.

Bereite deine Speise selbst, so weißt Du, was sich an Inhaltsstoffen in Deinen Speisen befindet. Damit möglichst viele Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben, solltest du deine Speisen schonend zubereiten.

Sekundären Pflanzenstoffen kommt bei der Stärkung des Immunsystems eine besondere Bedeutung zu
  • Betacarotin, das sich in allen roten, orange-, gelb- und tiefgrünfarbenen Früchten- und Gemüsesorten befindet wie beispielsweise in Karotten, Paprika, Honigmelonen und grünem Blattgemüse, unterstützt das Immunsystem auf besondere Weise.
  • Isoflavone beispielsweise aus der Sojabohne wirken nicht nur östrogenartig, was Wechseljahrsbeschwerden entgegenwirken kann, sondern wirken auch der Entstehung von freien Radikalen entgegen.
  • Flavonoide werden als Aktivatoren des Immunsystems bezeichnet, wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Die starken Radikalfänger sind in Traubenkernen, Äpfeln, Kokosnüssen und in der roten Haut von Erdnüssen zu finden. Aber auch in vielen Kräutern wie Kamille, Petersilie, Schnittlauch oder Schafgarbe.
  • Saponine sind für die Stärkung der Immunabwehr besonders wichtig, da sie unter anderem die Antikörperbildung erhöht. Sie sind reichlich in Hülsenfrüchten, Hafer und Spinat zu finden.
  • Sulfide sind Duft- und Aromastoffe, kommen besonders in Knoblauch, Zwiebeln, Meerrettich und Kohlgemüse vor. Ihnen wird eine besondere Wirkung auf unsere Gesundheit nachgesagt.
Da bis zu 80 % des Immunsystems im Darm angesiedelt ist, hat die Unterstützung des Darms eine hohe Priorität

Mit einer gesunden, basenüberschüssigen und vitalstoffreichen Ernährungsweise förderst du schon sehr eine positive Milieuveränderung und den Aufbau einer gesunden Darmflora. Die Stärkung Deines Immunsystems kannst Du zusätzlich mit der Einnahme von hochwertigen Probiotikas unterstützen. Probiotika fördern den Aufbau einer gesunden Darmflora und hemmen die Vermehrung von Pilzen. Allerdings kann es bis zur Wiederherstellung einer gesunden Darmflora bis zu ein Jahr dauern. Neben der Darmsanierung kannst du auch eine Darmreinigung unterstützend praktizieren.

Zur Stärkung Deines Immunsystems solltest Du die Leber nicht außer Acht lassen.

Die Leber spielt eine wichtige Rolle bei Auf-, Ab- und Umbauprozessen von zugeführten Nährstoffen. Außerdem ist sie immens wichtig für die Entgiftung des Körpers. Sie baut Substanzen ab, die für Deinen Körper schädlich sind oder wandelt sie so um, dass sie auf normalem Wege ausgeschieden werden können.

Deine Leber kannst Du mit folgenden ganzheitlichen Maßnahmen unterstützen:

  • Bitterstoffe jeder Art. Kräuter, bittere Gemüse und Salate, bittere ungesüßte Kräutertees wie beispielsweise Salbeitee. Aber auch Gemüsesäfte sind sehr hilfreich.
  • Alkohol solltest Du nur selten und in geringen Maßen trinken, am besten ganz darauf verzichten. Die Wirkung von Alkohol ist toxisch und hat schwerwiegende gesundheitliche Probleme zur Folge.
  • Den Konsum von Zucker in Form von Haushaltszucker und generell den Verzehr isolierter Kohlenhydrate solltest Du reduzieren.
  • Kurkuma als Gewürz oder Tee fördert die Regenerationsfähigkeit der Leber.
  • Du solltest den Konsum von tierischen Fetten und Nahrungsfetten reduzieren und nur hochwertige Fette in Deiner Küche einsetzen.
  • Mariendistelpräparate helfen nicht nur bei der Entgiftung, sondern fördern die Regeneration von beschädigtem Lebergewebe.
Unterstütze Deinen Körper bei der Entgiftung bzw. die Ausleitungsorgane bei der Entschlackung

Neben einer sanften Entsäuerung durch eine vitalstoffreiche und basenüberschüssigen Ernährungsweise kannst Du noch weitere ganzheitliche Maßnahmen vornehmen:

  • Trinke täglich ausreichend Wasser, was dem Abtransport von Schlacken, schädlichen Keimen, Viren und Bakterien dient. Stilles Quellwasser ist die beste Qualität. Die optimale Trinkmenge eines gesunden Menschen liegt zwischen 30 und 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Wenn Du beispielsweise 60 Kilogramm wiegst, solltest Du zwischen 1,8 – 2,4 Liter frisches Quellwasser trinken.
  • Vermeide hohe Mengen Kaffee und Schwarztee. Sie wirken sehr harntreibend und tragen zur Dehydrierung des Körpers bei. Außerdem haben Kaffee und Schwarztee einen hohen Oxalatwert, was die Bildung von Nierensteinen fördert.
  • Früh morgens auf nüchternem Magen unterstützt Du mit Zitronenwasser aus 1 Zitrone auf ein großes Glas Wasser die Ausleitungsorgane Deines Körpers. Darüber hinaus fördert das Zitronenwasser deine Verdauung, kurbelt den Stoffwechsel an, unterstützt die Nieren und wirkt Nierensteinen entgegen. Auch wenn Zitronen sauer sind, wirken sie basisch. Durch ihre Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium werden Herz, Muskel- und Nervenzellen unterstützt. Das Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme, was Dein Immunsystem stärkt und zu mehr Vitalität führt.
  • Brennnesselsamen stärken die Nieren, fördern deren Ausscheidungskapazitäten und aktivieren das Immunsystem. Kaue täglich 1 – 2 EL Brennnesselsamen oder streue sie Dir einfach über den Salat.
  • Reduziere den Konsum von tierischem Eiweiß wie Fleisch, Innereien, Wurst, Fisch und Meeresfrüchten. Bei der Verstoffwechselung dieser Nahrungsmittel entsteht eine hohe Harnsäurekonzentration im Blut, so dass Harnsäurekristalle entstehen können. Diese können sich im Gewebe und in den Gelenken ablagern. Neben einer Überlastung der Nieren können auch schmerzhafte Gelenkentzündungen und Gichtanfälle ausgelöst werden.
  • Du solltest den Konsum von Kochsalz reduzieren. Achte dabei besonders auf das versteckte Salz in Fertigprodukten, Brot, Wurst, Käse etc. Salz bindet Wasser im Körper, erhöht damit das Blutvolumen und so den Blutdruck, um das überschüssige Salz möglichst schnell über die Nieren ausscheiden zu können. Wenn zu viel Salz konsumiert wird, muss es mit viel Wasser über die Nieren wieder ausgeschieden werden. Dadurch werden aber auch viele Mineralstoffe wie Calcium und andere Spurenelemente ausgeschieden, was Osteoporose begünstigt. Ein Salzüberschuss begünstigt Wassereinlagerungen, da ein Übermaß an Natrium und Chlorid mit Wasser verdünnst werden muss, um die normale Konzentration wieder herzustellen.
  • Basenbäder sorgen nicht nur für Entspannung nach einem anstrengenden Tag, sie unterstützen Deinen Körper auch bei der Ausleitung von Schlacken. Du musst aber nicht unbedingt ein Vollbad nehmen, sondern kannst die Entschlackung mit einem Basen-Fußbad unterstützen. Die Füße werden auch als dritte und vierte Nieren bezeichnet, gelten in der chinesischen Medizin als weitere wichtige Ausleitungsorgane.
  • Das Ölziehen ist eine jahrtausend alte ayurvedische Entgiftungstechnik. Mit dieser Technik werden Keime und Bakterien im Mundraum, die sich über Nacht bilden, gebunden und unschädlich gemacht. Es hat positive Auswirkungen auf die Mundflora und Zahngesundheit. Durch den Entgiftungseffekt kann es sich aber auch positiv bei anderen Beschwerden auswirken. Der Körper wird durch diese Entgiftungstechnik entlastet, das Immunsystem insgesamt gestärkt. Ursprünglich wird in der Ayurveda Ghee (geklärte Butter) verwendet. Es können aber auch Kokosöl, Sesamöl, Olivenöl oder Schwarzkümmelöl zum Einsatz kommen.
    Eine kleine Menge, ca. 1 TL Ghee oder Öl solltest du zwischen 15 und 20 Minuten in deinem Mund umherflitschen und anschließend ausspucken. Das Öl darf nicht heruntergeschluckt werden. Danach werden ganz normal die Zähne geputzt.
Rege den Lymphfluss an und unterstütze Deinen Körper bei der Entschlackung
  • Mit einer Bürste aus Naturborsten streichst du mit kräftigen kreisenden Bewegungen immer in Herzrichtung über die Haut.
    Du beginnst an den Fußsohlen und arbeitest Dich über die Füße, die Beine, Hüften und Gesäß nach oben. Danach sind die Arme dran. Über die Handflächen, die Hände führst du die Bürste mit kreisenden Bewegungen Richtung Schulter. Zum Schluss kommen Bauch und Brust an die Reihe. Die Haut wird sich ein wenig röten und kribbeln. Idealerweise bürstest du vor der morgendlichen Dusche und gönnst dir danach noch die Wechselduschen wie nachstehend beschrieben. Zur anschließenden Hautpflege eignet sich eine Körperpflege mit hochwertigen und natürlichen Inhaltsstoffen oder ein Körperpflegeöl auf natürlicher Basis.
  • Darüber hinaus regst du den Lymphfluss mit körperlicher Bewegung an. Bewege Dich regelmäßig an der frischen Luft und treibe sportliche Aktivitäten. Schon ein Spaziergang von 20 Minuten täglich und moderater Sport sind förderlich. Aber auch das Schwingen auf einem Mini-Trampolin oder eine Lymphdrainage bringen Deinen Lymphfluss in Gang.
  • Mit Wechselduschen trainierst du durch kalt-warme Reize des Wassers die Blutgefäße, die sich abwechselnd verengen und weiten. Dein Körper wird an einen wechselnden Temperaturwechsel gewöhnt, was sich nicht zuletzt positiv auf das Immunsystem auswirkt, sondern auch den Stoffwechsel anregt, den Kreislauf belebt und die Wärmeregulierung fördert. Das Herz wird gestärkt und der Körper vitalisiert. Wechselduschen beginnst Du mit angenehm warmem bis heißem Wasser. Dann wird das Wasser auf kühl bis kalt gestellt.
    Du beginnst mit dem Wasserstrahl am rechten Fuß außen. Dies ist die am weitesten entfernteste Stelle vom Herz. Du führst den Wasserstrahl rechts außen bis zur Hüfte hoch. Von dort wechselst du auf die Innenseite des Oberschenkels und führst den Wasserstrahl wieder zurück zum Fuß. Das gleiche führst du anschließend am linken Bein entsprechend durch.
    Nach den Beinen kommen die Arme dran. Du beginnst am rechten Handrücken und führst den Wasserstrahl außen bis zur Schulter. Von der Achsel am Innenarm wird der Wasserstrahl wieder entlang bis zur Handfläche geführt. Das gleiche machst Du hier auch mit dem linken Arm. Energetisch schön aufgeladen führst du eine zweite Runde durch.
Ausreichend und erholsamer Schlaf unterstützt die Immunabwehr

Während wir schlafen arbeitet unser Körper auf Hochtouren an Auf-, Ab- und Regenerationsprozessen. Zur Stärkung Deines Immunsystems solltest Du daher auf auf ausreichend Schlaf achten.

  • Gehe immer zur selben Zeit schlafen und sorge für eine ausreichende Schlafdauer. Wie viel Schlaf notwendig ist, um sich fit und leistungsfähig zu fühlen, ist ganz individuell. Die meisten Menschen brauchen durchschnittlich zwischen sieben und neun Stunden Schlaf. Um herauszufinden, was für Dich richtig ist, kannst Du ggf. ein Schlaftagebuch führen.
  • Dein Schlafraum ist ein Rückzugsort und sollte der Erholung dienen. Er sollte so gestaltet sein, dass ein Wohlgefühl entsteht, wenn Du Dich darin aufhältst. Der Raum sollte gut gelüftet, nicht zu warm, ruhig und dunkel sein. Fernsehen, Lesen, Telefonieren, im Internet surfen oder Essen, solltest Du in anderen Räumen tun.

Über diese Empfehlungen hinaus kannst Du auch auf der emotionalen Ebene einiges tun, um Dich und Dein Immunsystem zu stärken.

Es ist schon lange im Bewusstsein der Menschen angekommen, dass andauernde Anspannung Stress auslöst. Negative Emotionen und Gefühle, ständiges Gedankenkarussell haben einen negativen Einfluss auf unsere gesundheitliche Verfassung und somit auf das Immunsystem.

In Stresssituationen befindet sich der Körper in einer Art Alarmbereitschaft. In bestimmten Situationen, wo unsere ganze Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert ist, ist es von Vorteil. Auf Dauer kann es allerdings zur Stressresistenz und Erschöpfung der Nebennieren führen, was die Entstehung des sogenannten Burnout-Syndroms begünstigt.

Eine dauerhaft überschießende Produktion von Stresshormonen schwächt das Immunsystem nachhaltig. Neben einer erhöhten Infektanfälligkeit kann es zu chronischen Erkrankungen führen. Stress lässt den Blutzuckerspiegel steigen, was eine Insulinresistenz begünstigt und das Risiko von Diabetes erhöht. Er fördert Entzündungsprozesse im Körper, erhöht die Herzfrequenz, was das Herz in Mitleidenschaft ziehen kann und vieles mehr. Organe wie der Magen, der Darm und die Leber reagieren besonders auf Stress und emotionale Belastungen wie Wut, Ärger, Sorgen, Groll und Angst.

Wusstest Du, dass Stress unseren Körper übersäuert. Du kennst sicher den Spruch „Ich bin sauer“, wenn man sich über etwas geärgert hat und wütend ist. Da steckt viel Wahres hinter. Denn bei Wut und Stress wird Salzsäure ausgeschüttet, die noch Stunden später im Blut nachgewiesen werden kann.

Durch spezielle Entspannungsübungen kannst Du Deinen Körper und Geist bewusst in einen Zustand von Ruhe und Gelassenheit führen und so zur Stärkung Deines Immunsystems beitragen. Hier darfst Du ausprobieren, was Dir am meisten liegt.

  • Meditation, autogenes Training, Phantasiereisen und Atemtechniken sind gut geeignet, um innerlich zur Ruhe zu kommen.
  • Yoga, Tai-Chi und Qigong trainieren nicht nur die körperliche Beweglichkeit, den Gleichgewichtssinn und die Muskulatur, sondern sorgen auch für ein hohes Maß an Entspannung.
  • Die Progressive Muskelentspannung bringt den ganzen Körper durch An- und Entspannung bestimmter Muskelpartien in einen Zustand tiefer Entspannung.
  • Mit der richtigen Atmung kannst Du positiv auf den Puls und Blutdruck einwirken, Stress und Angst reduzieren sich. Wenn Du beispielsweise durch die Nase einatmest und über den geöffneten Mund ausatmest, erhält Dein Körper mehr Energie, als er abgibt. Halte für einen kurzen Moment nach dem Ausatmen die Luft an und lasse dann die Luft beim nächsten Einatmen langsam wieder in Deinen Körper einfließen. Entspannung und Energieniveau steigen auf diese Weise.
  • Mit einem abendlichen Entspannungsritual kannst Du Dir etwas Gutes tun. Einen Tag in Ruhe ausklingen lassen, fördert die Entspannung und auch einen ruhigen Schlaf. Am Abend wirkt leise, beruhigende Musik in einem Raum mit dämmrigem Licht beruhigend und schlaffördernd.
  • Mit beruhigenden Kräutern wie Lavendel und Melisse kannst Du Dir einen wohltuenden Tee zubereiten. Aber auch in Form von Badezusätzen für ein abendliches Bad wirken sie entspannend und beruhigend.

Wie Du siehst, kannst Du schon mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, Dein Immunsystem zu stärken und Deine Gesundheit zu unterstützen.
Bleib gesund!